Der Flu3 Kupa - Antun Mateš: Der Verzauberte Angler

Der Flu3 Kupa

Eine meiner liebsten Aufnahmen der blauen Quelle des Flusses Kupa, aufgenommen 1982 mit der robusten Practica.

Schon in ihrem Quellgebiet zeigt die Kupa, da3 sie im Vergleich zu den anderen Flüssen etwas Besonderes ist.Unterhalb eines etwa dreihundert Meter hohen steil aufragenden Felsens entspringt aus einer ebenso tiefen Schlucht der Flu3 mit seiner gedämpft grünen Smaragdfarbe. Im Quellgebiet der meisten Flüsse ist der wichtigste Bewohner die edle Bachforelle, während die Äsche etwas flu3abwärts anzutreffen ist, wo dann meist auch das Huchenrevier beginnt. Die Quelle der Kupa ist Äschengebiet, die hier den Forellen deren historischen Anspruch auf die Quellen streitig machen. Die Zagreber Speleologen besuchten diese Quelle mehrmals und speziell ausgerüstete Taucher drangen bis zu einer Tiefe von 150 Metern vertikal vor, sahen aber das Ende des Talkessels nicht. Zur Kupaquelle gelangt man vom Dorf Razlog über einen Steilhang am ausgetrockneten Bachbett entlang, eigentlich einem zeitweiligen Sturzbach- Krsièevica genannt, die hier in der Gegend des Gorski kotar sušica und im Gebiet der Lika suvaja genannt werden. Der andere Gehweg ist länger aber auch angenehmer, und er führt entlang der Markierungen von der Mündung der Èabranka in die Kupa an slowenisch Osilnica vorbei. Flu3aufwärts in Richtiung Quellgebiet treffen wir hinter jeder Biegung gute Plätze an, einer besser als der andere, wo gro3e Äschen und auch Bachforellen sind. In seinem guten Buch Gorski kotar schreibt Dragutin Hirc 1898 sehr empfindsam über diese Gegend und die Quelle der Kupa: Der Weg führt an einem alten Häuschen am Berghang vorbei, und schon ist man an der grünen Quelle der Kupa. Was für ein seltener Anblick! Oberhalb der Kupa erhebt sich der 300 Meter hohe Kupešgipfel. Soweit das Auge reicht Berge über Berge, nirgendwo erblickt man Weiler oder Dörfer, keine lebende Seele, keine menschliche Stimme. Das Ohr nimmt nur das Rauschen, das angenehme Schäumen des Wassers wahr. Oh, wie schön und gut ist es in dieser Einsamkeit. Hier ist keine menschliche Bosheit, Niedrigkeit, kein Ha3, kein Zwist, kein Neid, hier sind die ruhigen Geister, wo die Märchenfeen ihren Reigen tanzen. Man könnte die Welt hinter sich lassen, wäre das möglich, und würde sich hier niederlassen und ruhig hier leben. Das Wasser im Kupasee ist dunkelgrün, gedämpft und ganz ruhig. Nur wenn eine Äsche bei der Fliegenjagd oder der Jagd nach maifliege aufspringt und plantschend zurückfällt, dann wird die dunkelgrüne Wasserfläche leicht gekräuselt. Das Wasser ist auch eiskalt, zu “scharf” für die Forellen, daher sind sie weiter weg in der Kupa. Wenn man im Wasser steht,erscheint es, als wäre man in glühenden Kohlen, und wenn man aus dem Wasser kommt, verkrampft es einen vor Schmerzen, man hüpft von einem Bein auf’ s andere, um den Schmerz ein wenig zu stillen. Weiter flu3aufwärts ist im ersten Dorf Kupari ein ziemlich gro3er, tiefer Wirbel, der einem See ähnelt , ganz in der Nähe der wegen der langen, schneereichen Winter metallgedeckten Häuser, ein echter Blickfang. Die Häuser selbst sind aus Holz oder Ziegelbauten, sie sind umgeben von gehacktem und geschnittenem Holz, damit die Bewohner unter dauerndem Heizen leichter über den Winter kommen. Das gesamte Quellgebiet der Kupa hat zahlreiche kleinere Quellen und Bäche, von denen sich einer bei den Häusern in diesen See ergie3t. Hier halten sich am Grund gro3e Äschen auf , die in der Dämmerung Fliegen aufnehmen, so wie Äschen es tun- mit einem leichten Saugen an der Wasseroberfläche. Je grö3er die Kreise an der Oberfläche, um so kleiner die Äsche und umgekehrt. Hier hatte ich Gelegenheit Äschen zu fangen , vor staunenden Freunden , denen ich gleich bei der Ankunft gesagt hatte, sie sollten Feuer zum Grillen machen, während die Fische noch im Wasser schwammen. Ich platzte fast vor Stolz, als ich die etwas reservierten Freunde fragte, wie gro3 denn die noch zu fangenden Fische sein sollten. Die von mir gestellte Bedingung war, man könne Äschen essen, soviel man wolle, aber nach Hause würde nichts mitgenommen. In diesem Wirbel bi3 jede von mir in der Tiefe erahnte Äsche elegant auf die bleibeschwerte Fasanenfliege an, und ich lie3 die grö3ten, mit stolzgeschwellter Brust eine tolle Vorstellung kommen sehend, in den Flu3 zurück, denn sie waren , wie ich sagte, grö3er als der Grill.

Die kämpferische Äsche von der Kupaquelle.

Due gro3artigen Bücher Gorski Kotar ,sowie Lika i Plitvièka jezera(Gorski Kotar, Lika und die Plitvicer Seen) von Dragutin Hirc im entsprechenden Ambiente des Alpinisten und Reiseautors mit Wanderstab, Rucksack, Kompas und von mit entworfener Lampe, die zu Ehren dieses naturbegeisterten gemacht wurde.

Gerade dies ist das Verhältnis von Äschen und Forellen auf dem riesigen Lotusblatt an der Kupaquelle.

Die Zagreber Angler machten sich gern an die Kupa auf, denn zahlenmä3ig war der Stand der Huchen solide, und so gab es jedes Mal einen Huchenansturm, während die kleineren bis zu unseren Fü3en um den Zopf schwammen. Die Kupa ist ab der Mündung der Èabranka der Grenzflu3 zu Slowenien, und jahrelang haben die Fischer bei der Aufzucht von Äschen und Huchen und deren Pflege beispielhaft gut zusammengearbeitet. Unterhalb Brod mündet rechterhand das kleine Flü3chen Kupica, von dessen Ufern man auch gute Anglergeschichten zu berichten wü3te, aber ein besonderes Phänomen sind die Bäche Curak und Jasle, die knapp unterhalb des kleinen Wasserkraftwerkes, Munjara-Zeleni vir gehei3en, das aus dem Jahr 1921 stammt, zusammenflie3en. Nach diesem Zusammenflu3 hei3en sie Iševnica, die reich an Forellen und Äschen ist und in die Kupica flie3t. Die Natur schafft oft Orte, die wie geschaffen sind für die Darstellung fantastischer Legenden, um die sich Märchen von Drachen und Erlkönigen ranken . Gerade so ein natürliches mystisches Amphitheater formte die Natur an der Stelle, wo sich der Bach Curak 80 Meter über einen Riesenfelsen in die Tiefe stürzt, in dem natürlich eine gro3e Höhle ist.

Grüner Klee, die lilafarbenen Bergblumen, eine gute Auswahl an Fliegen, eine 45 cm lange Äsche bereiteten mir viele glückliche Augenblicke an den Ufern der Kupa.

"Oh, herrliche ,göttliche Natur! Ich danke für die unerreichten Anblicke, die mir, den gewöhnlichen Sterblichen geschenkt werden." Nur schwer könnte man ein besseres Dankgebet für einen derartigen Ausblick finden, wenn man sich dem Wasserfall des Baches Curak nähert.

Über einen gut markierten und gut erhaltenen Weg steigt man mit aufwärts gerichtetem Blick auf Felsklippen, überquert gefährliche Biegungen durch den dichten, dunklen Wald, kommt zu Felsen, wo einst Adler kreisten , achtet dabei sehr darauf, auf dem moosbewachsenen Stein nicht auszugleiten und in die Schlucht zu stürzen. Die Mühe lohnt sich sicherlich, denn das Rauschen des Wasserfalles und die kleinen Tröpfchen sauberen Wassers versetzen den Reisenden in grö3te Hochachtung vor der gro3artigen Natur. Aus der Höhle Zeleni vir (Grüner Wirbel, Anm.d.Übers.) flie3t das klare Wasser geradewegs in die Rohre des Wasserkraftwerkes, und so ist die erschreckende Klamm, durch die der Bach flie3t, über die Hirc voll Respekt schreibt, meist trocken, au3er das Hochwasser strömt durch. Das Wasser des Baches Curak nimmt einige hundert Meter weiter unten der kleine Bach Jasle auf, der manchmal anschwillt und mit gigantischen Kräften die impressive Klamm zwischen den Granitwänden verbreitert, womit er den Namen Vražji prolaz (Teufelsklamm, Anm.d.Übers.) durchaus verdient. Nach dem Zusammenflu3 dieser beiden Bäche entsteht nun schon der etwas stärkere Bach Iševnica, in dessen Wasser noch vor der Mündung in die Kupa laut mündlicher Überlieferung auch grö3ere Äschen lebten. In der Kupa leben Äschen und vereinzelt Huchen, und etwas weiter flu3abwärts bei Èednja beginnt der Huchen- Hauptteil der Kupa. In dieser canonartigen Schlucht gibt es viele tiefe Wirbel , in denen früher zahlreiche Huchen lebten. Diese durch zehn Kilometer hindurch verkehrsmä3ig isolierte Klamm- auf der kroatischen Seite ist sie nur zu Fu3 zu erreichen- bietet Anglern ausnehmende Überraschungen, und hier wurden gro3e Exemplare gefangen. Trotzdem, der Ort Blaževci unterhalb der Kupaklamm war mein Lieblingsort, wo ich Anfang Herbst gerne hinkam, um Huchen und Äschen zu angeln. Hier befindet sich auch das Sägewerk der Familie Vilhar, und unterhalb des Vilhar-Falles gab es zwischen den felsigen Engen oft ein schönes Angeln. Der Teil Ploèe, der natürlich wegen des flachen Grundes so hei3t (Platte, Anm.d.Übers.) ist durch eine Enge bekannt, wo sich die Kupa durch zwei Klippen schlängelt, und so war es in der besonders heftigen und tiefen Strömung schwer, die gro3en Äschen anzulocken, die U-Booten ähnlich mit Hilfe ihrer Seitenflossen ihr Gleichgewicht hielten, wobei sie mit ihren gro3en Augen genau Ausschau hielten, damit ihnen nicht etwa eine saftige Ameise entkäme. Hier führte ich einen unverge3lichen Kampf mit einer Äsche , die auf eine Wasserkugel mit einer nicht allzu gro3en Rotameise angebissen hatte, so da3 wir lange mit einander und gegen einander kämpften, worauf ich sie doch besiegte und nach alter Gewohnheit der guten und edlen Kämpfer gnädig befreite und freilie3.

Die gro3e Äsche vor ihrer Rückkehr in den Flu3.

Nach oben
Hrvatski Deutsch English