Der Flu3 Una und seine Nebenflüsse - Antun Mateš: Der Verzauberte Angler

Der Flu3 Una und seine Nebenflüsse

Unterhalb dieser mehrere hundert Meter hohen Klippen entspringt aus der sehr tiefen Quelle deie bezaubernde Una.

Die Legenden sagen, da3 der Flu3, der in Kroatien entspringt, eigentlich im kleinen Ort Suvaja an der Grenze zwischen Lika, Dalmatien und Bosnien in einer mächtigen Quelle unter den hundert Meter hohen Klippen entspringt, ihren Namen Una von der römischen Zahl una, die erste, einzigartige, vielleicht sogar einzige , herleitet. Diese Geschichten entbehren nicht einer bestimmten Grundlage- das sieht jeder, der diesen einzigartigen Flu3 gesehen hat. Allein die Quelle ist ein Phänomen, denn in Tauchgängen wurde eine senkrechte Tiefe von 200 m festgestellt, der Grund war dabei aber noch nicht zu sehen. Etwas unterhalb des Quellbereichs der Una leben Bachforellen, weiter flu3abwärts an der Mündung des ausgezeichneten Flü3chens Unac haben wir Äschen. Dieser kleine Flu3 zahlte seinerzeit Schulgeld für die frühe Infustrialisierung, denn noch 1919 bis 1937 erzeugte hier eine Fabrik Zellulose, die mit ihrem giftigen Abwasser, wie Jedlièka schreibt, alle edlen Fische im Unac vernichtete. Nach dem Zweiten Weltkrieg nahm die Fabrik erneut ihre Produktion auf, produzierte Verluste und vernichtete den Flu3 - bis zum letzten Krieg, als die Produktion endlich stillgelegt wurde. Hier, bei der Mündung in Martin Brod beginnen beim nun wieder klaren Flu3 Unac herrliche Äschenreviere, eines besser als das andere, die die Una zu einem der anziehendsten Salmonidengewässer machen. Sie flie3t rasch, denn in ihrem ganzen Lauf ist das Gefälle stark, und so kann man kaum knietief durch den Flu3 waten, weil die starke Strömung einem die Beine sozusagen wegrei3t, so da3 die Fischer beim Versuch den Flu3 zu überqueren oft nasse Hosen bekamen. 50 cm lange Äschen sind keine Seltenheit, sondern eher die Regel, und sie werden am besten im Juni gefangen, wenn massenhaft Trichoptera-Puppen gefangen werden, die man in Bosnien padavac nennt. Das Gebiet von Martin Brod, das seinen Namen nach der Fährfrau Marta bekommen hat, grenzt an das Gebiet mit dem türkischen Namen Kulen Vakuf, wo der Gang über die alte hölzerne Brücke für die seltenen Zagreber Fischer , die die Gelegenheit hatten , an diesen exotischen Ort zu kommen, zum Kult geworden war. Hier am Oberlauf, an der Mündung des Unac in die Una , wurde 1443 das orthodoxe Kloster Rmanj errichtet, was laut Überlieferung eigentlich die verfälschte Form von Herman ist, des Namens des Sohnes der Despotin Katarina, die mit dem Celjer Grafen Ulrich II. verheiratet war.

Obwohl ich keinen Gaff zum Festhalten des Fisches verwendete, habe ich alle Huchen mit blo3er Hand und sicher aus dem Wasser geholt, und keiner ist mir entkommen.

Genu3 beim Aufplustern vor dem Objektiv des Photographen, die neidische Fischer in Depressionen versetzten.

Die gesamte Geschichte dieses Gebietes ist alles andere als ruhig und friedlich. Die alten Zusammenstö3e zwischen Christen und Moslems, die durch das Vordringen der Türken losgetreten wurden, hat der Historiker Radoslav Lopašiæ * 26 in seinem Buch Bihaæ i Bihaæka krajina (Bihaæ und das Grenzgebiet von Bihaæ, Anm.d.Übers.) sehr gut beschrieben. Bihaæ oder Bišæe bedeutet eigentlich königlichges Gut. Dieses Gebiet war nämlich ein Mittelpunkt des kroatischen Königreiches, und zwar bis zum Ungarisch-Kroatischen Ausgleich 1102, aber Bihaæ und seine Umgebung, die von Kroaten bewohnt wurden, verblieben weiterhin au3erhalb des ungarischen Einflusses, ja 1262 wurde Bihaæ sogar zur freien königlichen Stadt erklärt. Als das Gebiet unter die osmanische Herrschaft kam, nannten die europäischen Kartographen das Gebiet Bišæe türkisch Kroatien, worauf es die Serben und Türken später als Krajina (Grenzland, Anm.d.Übers.) bezeichneten. Ununterbrochene Kämpfe, Raubzüge, Verwüstungen von Dörfern und Städten, Abwanderung und Migrationsbewegungen der Bevölkerung durch die Jahrhunderte lie3en das Gebiet an der Una grausam werden, roh, elend, unglücklich, zu einem unsicheren Ort zum Leben. Die Einwohner selbst haben in einer Strophe eines Gedichtes am besten beschrieben, was für ein Leben in diesem verdammten Gebiet herrschte:

Oh Krajina, blutiges Gewand,
blutig, so blutig ist die Krajina,
Blut am Mittag, Blut am Abend
jeder Bissen voll Blut,
nie ein wei3glänzender Tag zum Ruhen.

Die wunderbaren Geschichtsbücher von Radoslav Lopašiæ, Bihaæ i Bihaæka Krajina, Preko Kupe i Korane, die ich aus Ehrfurcht vor der Anstrengung des Autors unter die bosnischen Attribute aufnahm,wie:Fes, Kelim-Teppich, Kaffeemühle, und anderes.

Ansichtskarte mit dem unumgänglichen Ort, von dem aus man die Una bei Bihaæ mit dem dominanten Turm der Kirche des Hl. Antonius von Padua am besten aufnimmt.

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