Die Dobra und ihre Huchen - Antun Mateš: Der Verzauberte Angler

Die Dobra und ihre Huchen

Im Zentrum von Ogulin besichtigen zahlreiche Touristen und Ortsansä3ige die Ðula-Schlucht von diesem Aussichtspunkt aus.

Wenn sich das Wasser der Dobra mitten in Ogulin durch due Ðula-Schlucht in die Erde ergie3t, beginnt ihr Wasser durch eines der längsten Höhlensysteme Kroatiens zu flie3en * 21. Sie flie3t durch den Tunnel des E-Werks , das ihr Wasser mit dem der Zagorska Mrežnica im See Bukovik speichert, und sie entspringt erneut unterhalb des Dorfes Gojak, und von da an hat sie den Namen Gojaèka Dobra. Den gro3en Tunnel des E-Werks haben seinerzeit politische Häftlinge unter grö3ten Mühen errichtet, eigentlich Menschen, die eine andere Meinung vertraten, als in Titos Sozialismus zugelassen war. Einige hundert Meter nach dem Ursprung dieser Dobraquelle wird sie vom Bach Bistrac geradezu durchschnitten, so da3 sie hier nur wenige Meter breit ist. Die Zagreber Angler kamen jahrelang an diesen bekannten Ort, Sastavci, um Äschen zu fangen, von denen es im Bach Bistrac viele gab, bei dem dann auch noch der Huchenfang begann. Es hei3t, die Huchen seien gerade an diese Stelle zum Laichen gekommen, aber der wichtigste Laichplatz lag oberhalb der Brücke in Trošmarija, wo ich einmal zu Ostern das Liebesspiel eines grö3eren Männchens beobachtete, das um ein Weibchen tanzte, das selbst damit beschäftigt war, im Sand zu graben.

Etwas weiter flu3abwärts des neuerlichen oberirdischen Flie3ens wird die Dobra vom Bach Bistrac beim Ort Sastavci entzweigeteilt.

Dieser Abschnitt der Dobra hatte Huchen im Überflu3, und so kam ich regelmä3ig mit meinem Freund Milan, um einen Schwarm aus fünfzig Stück zu beobachten, in dem es kleinere und auch gro3e, bis zu 18 kg schwere Fische gab. Was war das nur für ein Anblick! Au3er dem unüberschaubaren Schwarm aus Nasen und Orfen, die den steinigen Grund des Flu3beckens bedeckten, so da3 die Symbiose zwischen der Anzahl der Wei3fische und ihrer Jäger ausgezeichnet zu sehen war, konnte man hier auch einzelne, restliche Äschen fangen, aber nur so nebenbei. Oberhalb der Brücke befindet sich links auf einer Anhöhe das Dorf Trošmarija, das die phonetisierte Form vom deutschen Maria Trost ist, und wo sich neben der Kirche aus dem 18. Jahrhundert die Kapelle der Muttergotes von Lourdes befindet. Die Kirche wurde 300 Meter nahe der alten Kultstätte gebaut, die die Türken im 15.

Nach dem Durchbruch und unterirdischem Flu3 nach der Ðula-Schlucht, entspringt die Dobra erneut beim Dorf Gojak aus einer Höhle und hat den Namen Gojacka Dobra.

Jahrhundert in Brand gesetzt hatten. Diese ganze Gegend strahlte eine würdevolle, geradezu sakrale Atmosphäre aus. Hier verbindet sich der andere stärkere Bach Ribnjak mit der Dobra, wo ein kleinerer Fischteich angelegt wurde, in dem der Oguliner Joža Šoštar aus dem Rogen gefangener Huchen , die zum kleineren Damm des Fischteiches zur Laich gekommen waren, ablaichen lie3. Es war dies die gro3e Zeit der Huchen und ihrer Pflege am Flu3 Dobra. Vilim Mršiæ *22 veröffentlichte 1930 eine interessante Beschreibung seiner Reise entlang der Dobra, in der er den Anglern rät, sie sollten dieses zwanzig Kilometer lange Revier von der Quelle bis zum Heilbad Lešæe in zwei Wege aufteilen. Die Feldwege, die sich irgendwie durch die Karstsenken zogen, bereiteten auch mir gro3e Schwierigkeiten, insbesondere im Winter, wenn die Schneewehen an manchen Stellen ein unüberbrückbares Hindernis darstellten, um zu einem bestimmten Platz zu kommen. In der Nähe des Dorfes Podumol befindet sich eine schrfe Wegbiegung, und hierher kommt nie ein Sonnenstrahl, so da3 der Schnee bis Sommeranfang liegenblieb. Von der Brücke in Trošmarija bis zur Brücke in Lešæe hat die Dobra in ununterbrochener Folge gute Plätze für Huchen und Fischer, alles voll Wirbel, mittleren Senken und kleinen Wasserfällen. Unterhalb des Dorfes Mateši befindet sich der dreihundert Meter lange und sehr tiefe Teil, der unterhalb der Paralina- Mühle beginnt, und wo immer gro3e Huchen zu finden waren. In dieser damals unberührten Natur, in die nur begeisterte Angler kamen, fing ich - mit Zopf oder Köderfischsystem - einige mehr als 10 kg schwere Huchen.

Mein Lieblingsangelplatz unterhalb des Ortes Grabrk an der Dobra.

Nach ein-zwei grö3eren Biegungen, die ebenso reich an Huchen sind, gelangt man an den mir sehr lieben Ort Grabrk. Dieser Ort wird erstmalig bereits vor 433 Jahren am 8. März 1574 , und zwar in einer Schrift des Pfarrers von Sv.Juraj (St.Georg, Anm.d.Übers.) in Lešæe erwähnt. Hier war ich von der Schönheit und der Baukunst des langen, gewundenen Weges durch die Schlucht fasziniert, der wunderbar ausgebaut war. Auf diesem Wege hatten die Dorfbewohner ihr Getreide zur Mühle am Fu3e der hohen Felsen gebracht oder ihr Vieh an die Tränke geführt. Hier war auch ein Boot festgebunden, das den Dorfbewohnern des benachbarten Dorfes Duge Gore am gegenüberliegenden Berg sehr nützlich war, die manchmal den Flu3 überquerten und das Boot am über den Flu3 gespannte Stahlseil festmachten, worüber gerade Vilim Mršiæ in seiner kurzen Reisebeschreibung berichtet. Es hei3t, es sei das Hauptproblem gewesen, da3 das Boot immer am gegenüberliegenden Ufer festgemacht gewesen sei, und so habe man die Nachbarn immer wieder durch lautes Zurufen dazu bewegen müssen, über das steile Ufer hinabzusteigen und des Boot loszubinden. An diesem Übergang ist die Dobra ziemlich tief, und so tauchte ich in einem Sommer neugierig, um zu sehen, wie tief es da hinabgeht in die Tiefe , in der man in jeder Saison Huchen fangen konnte. Nach einem flacheren Teil, der sehr schön zu sehen war, öffnete sich plötzlich eine mehrere Meter tiefe Schlucht, was mich erschaudern lie3, und so schwamm ich sofort ans Ufer. Dieses ganze Karstgebiet hat an den Flu3ufern zahlreiche Höhlen , und so befinden sich den ganzen Flu3 entlang ähnliche tiefe Senken, in denen sich Huchen verbergen konnten. Dieser Ort zog mich immer an, ohne Rücksicht auf die Witterungsbedingungen und andere Schwierigkeiten, denn bei Tiefschnee konnte man gerade auf diesem schön gebauten , aber steilem Weg nur schwer an den Flu3 kommen.

Der Blick den Steilhang hinab lie3 einen erschaudern, aber der Anglerwahnsinn kennt keine all zu Gro3en Hindernisse.

Winterstimmung im Canon der Dobra bei Podumol, alles wird im Wasser des neuen Stasees ertränkt.

Einmal kam ich zu diesem Ort geradewegs von den attraktiven Una- Flu3schnellen bei Bosanska Krupa hierher zurück. Das Gefühl hatte mich nicht getrogen, denn sofort, nachdem ich mich am Fu3e eines Felsens niedergesetzt hatte, um meine Beine nach dem langen Fu3marsch in den schweren Stiefeln auszustrecken und kurz die herrlichen Herbstfarben der Buchenblätter geno3, fing ich einen schönen, fünf Kilogramm schweren Huchen. Als ich im Madrider Palais Real Monasterio de San Lorenzo des Escorial den Saal mit den alten Landkarten besichtigte, sah ich begeistert auf der mehrere hundert Jahre alten Karte den Ort Grabrk, während grö3ere Städte erst später notiert wurden. Der Müller Jarneviæ berichtete, er habe seinen grö3ten, 18 kg schweren Huchen gerade beim Staudamm der Mühle, unterhalb jenes erschreckenden zwanzig Meter hohen Felsens, gefangen, wo ich, so ganz ins Angeln versunken, mich nachts durch das Gestein tastend, vorbeigekommen sei, einen anderen Weg gab es nämlich nicht. Es war noch ein grö3eres Unterfangen, als ich einen grö3eren Huchen fing und ihn über diesen schmalen, selbst mit der Machete geschlagenen , mit der Zeit dann auch schon markierten Pfad schleppte.

Die märchenhafte Aufnahme der Brücke über die Dobra bei Trošmarija, die bald im tiefen Wasser des Stausees verschwinden wird.

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