Die Geschichte vom Köderfisch - Antun Mateš: Der Verzauberte Angler

Die Geschichte vom Köderfisch

Das sehr wirkungsvolle System zur Haselmontage aus dem Werkzeug von Leo Wolf, das ich geerbt habe, es war jahrelang mein liebstes Gerät beim Huchenfang.

In einem schneereichen Winter wartete ich nach der Überwindung schwieriger Fallen in den Felsen und Steilhängen des Bijelnik-Massivs , wohin ich mit meinem Citroen im ersten Gang hinaufgekrochen war, bei Kostajnica darauf, da3 sich der Bahnschranken hob, nachdem der Schnellzug Zagreb-Split entlang der berühmten Unastrecke durchbrauste. Ich trank etwas Tee aus mneiner Thermosflasche und dachte an mein Tagesprogramm, wo und wie ich angeln sollte. Natürlich brauchte ich für das Ködersystem einen frischen Hasel, und so ging ich gewöhnlich an nicht vereiste Bäche, und so ein Bach flo3 gerade durch den Ort Unèani. Unter einer Weide hatte der Bach unter deren rötlichen Wurzeln eine Vertiefung ausgespült , was nun wie Strähnen einer Pferdemähne wirkte, so da3 ich schlie3lich den Fisch mit dem Fu3 in einen dreieckigen Hebekorb jagte und mich mit kleinerem Fisch versorgte. Ich kam zu meinem Freund, der im Zentrum von Dvor an der Una gegenüber einem Cafe ein TV-Service hatte, wo wir den Kellner Smajo mehrmals darauf aufmerksam machten, was für einen Kaffee wir vor dem Aufbruch zum Angeln haben wollten. Gewöhnlich verging mit derartigen Vorbereitungen, mit dem Köderfang, mit Plaudern und Kaffeetrinken der Vormittag, so da3 für das eigentliche Huchenangeln wenig Zeit blieb, dafür aber in der Dämmerung, wenn es am besten ist. Nachdem wir also etwas zu uns genommen hatten, wobei ich den Blick auf das Wandgemälde viermied, machten wir uns auf meine Anregung hin zum Unterlauf der Una auf. Unterwegs sprachen wir über die Erfahrungen des Freundes beim Angeln mit einem kleinen ABU, einem Patent mit drei Drillingen, wobei er sagte, er fange diese kleineren fünfjährigen Huchen lieber als die gro3en, die er lieber mit Gesellschaft verspeist. Ich meinte, ich fange lieber die gro3en, die zehnjährigen, da3 mich das Fleisch gar nicht interessiert, nur die präparierte Trophäe, und so kamen wir plaudernd und lachend nach Uštica am rechten, bosnischen Ufer. Ich zündete ein Feuerchen an, begann ein Stück Speck zu braten, das wir mit einem guten Schluck Dingaè begie3en wollten, als mein Kumpel auftauchte, er kam von unterhalb der Brücke, trug einen drei-vier Kilogramm schweren Huchen, der beim ersten Auswerfen dieses kleinen ABU-Systems angebissen hatte.
So, wie ich gesagt habe, ich fange diese kleineren, dafür aber besseren Huchen, sagte mein Partner mit triumphierendem Grinsen. Na gut, ich gehe jetzt die grö3ere Tante fangen, wie ich sie sonst gern habe, sagte ich im selben scherzenden Ton.
Und während er auf sich und seinen Fang anstie3 und sich dabei die Hände am Feuerchen wärmte, brachte ich meinen Hasel an, warf ihn 45 Grad flu3aufwärts mitten in die Una aus. Kaum hette der Hasel den Grund berührt und kaum hatte ich zum ersten Mal festgezogen, bi3 ein Huchen an, wie ich ihn beschrieben hatte, 10 kg schwer und 100 cm lang. Nun zog auch ich den Fang locker, so als sei dies die Regel, an Land, und genehmigte mir ein Glas guten Dingaè-Weines.

Der danals fünfjährige Lovro erwartete mich immer fröhlich nach den immer erfolgreichen Wintertouren 1981 zu den Unahuchen.

Ein etwa 15 kg schwerer Huchen, gefangen an einem jener herrlichen, warmen ersten Herbsttage.

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