Die Huchen der Sana - Antun Mateš: Der Verzauberte Angler

Die Huchen der Sana

Die Huchen Zlatko Racics und meine aus der Sana beim Dorf Trnovo unterhalb Sanski Most aus dem fernen Jahr 1983.

Ganz andere Eindrücke gewann ich beim Huchenfang an den Ufern der Sana. Ich habe schon über das Erlebnis mit dem Fischer Hamdija berichtet, den ich auch nicht allzu gerne besuchte, da er alles nahm, was er fing, ohne Rücksicht auf die Grö3e. Beim Dorf Èaplja fing ich einige gro3e Huchen, und hier lernte ich den Jagdaufseher Asim Alihodžiæ, Sibi genannt, kennen, ein Original, er trug in seiner Tasche ein riesiges Messer, man wei3 nicht wozu, aber es war für mich keineswegs angenehm zu beobachten, da3 der Aufseher mit diesem Riesenmesser eine kleine Stück Käse abschnitt ,um seinen Hunger zu stillen. Seine Frau war Friseurin im Zentrum von Sanski Most, und so kam es, da3 ich sie manchmal ins damals passable Hotel Sanus zum Abendessen einlud, wo sie mir stolz das Präparat eines Welses vorführten, so als würde dieser Fisch, von dem die Save bei Zagreb wimmelt, bei mit Respekt auslösen.

Asim Alihodžiæ-Sibi mit seinem Sana-Huchen-Fang.

An dem Ort teilt sich die Sana in mehrere Arme auf, und ein guter Fischer kann hier unter nur guten Positionen zum Angeln wählen, die weiter in Richtung Prijedor immer noch sehr, sehr gut sind, eigentlich wird die Regel, da3 man im Unterlauf von Flüssen seltener Huchen findet, die wenigen dafür aber grö3er sind, hier nur mehrfach bestätigt. Das Rätsel der gigantischen, über 30 kg schweren Huchen aus der Sana rief mehrfach ungläubiges Staunen und Lächeln hervor, da derartige Geschichten über diese Giganten nie durch Photos belegt waren. Im Gegenteil, die Diskrepanz zwischen den beschriebenen Ausma3en der Fische und den tatsächlich gezeigten, schadete der Glaubwürdigkeit aller Geschichten über die gro3en Fische. Eines ist sicher, die Sana verfügt über ein Potential an diesen Fischen. Der hohe Wasserstand, die konstante Wassermenge, die Flu3breite, der Wei3fischreichtum und gro3e Tiefen an manchen Stellen konnten alten Rognern günstige Lebensbedingungen bieten. So riesige Fische nehmen seltener Nahrung auf, sind sehr vorsichtig, wahrscheinlich steril, laichen nicht und sind allein dadurch schwer zu sehen. Manche Fischer schwören, sie hätten, obzwar selten, gerade solche Exemplare an der Mündung des Dabar in die Sana gesehen.

Sibi lebt in seinem Haus, das direkt am Sanaufer liegt. Der Vorteil dessen wird den beigefügten Trophäen-Huchen ersichtlich.

Hier beim Ort Trnovo nahte das Ende des Fischgebietes von Sanski Most, und man gelangte in den Teil, der zu Prijedor gehörte. Die Sana war nun tiefer und ruhiger, so also günstiger für gro3e Exemplare, aber die Nähe des Zellulose-Kollektors reizte uns nicht zum Angeln in diesem Gebiet. Der Aufseher Sibi Alihodžiæ, selbst ein ausgezeichneter Fischer, sandte mir über einen Laufburschen und mit dem Bus einmal einen 18 kg schweren Fisch, damit ich ihn präpariere. Obwohl das für mich wegen des Mangels an Freizeit und der vielen Arbeit eine gro3e Anstrengung bedeutete, präparierte ich den Fisch und brachte ihn nach Sanski Most. Damals 1985 war ich zum letzten Mal vor dem Krieg, der da an der Sana regelrecht tobte, im ehemaligen gemeinsamen Staat, besuchte die Sana und erfuhr , da3 das Präparat vernichtet war. Zum Glück haben meine Bekannten Sibi aus Sanski Most und Hamdija von der Sanica-Mündung bei Vrhpolje den Krieg überlebt, und vor etwa zehn Jahren konnten wir einander voll Freude begrü3en, als mich meine Neugier wieder dorthin zog. Im Dezember 2007 machte ich mich neuerlich nach Sanski Most und Umgebung auf, um gewisserma3en retroaktiv Material für mein Buch zu sammeln. Das mir liebe Hotel Sanus, mit dem ich angenehme Erinnerungen verband, steht weiterhin gegenüber dem neuen, nach europäischen Normen gebauten Kaufhaus, daneben die gro3artige Moschee mit vier Minaretten. Au3er all dem hat sich fast nichts verändert, seit ich vor nahezu 40 Jahren zum ersten Mal da war.

Die Räumlichkeiten der Anglergesellschaft in Sanski Most atmen Lässigkeit aus, wie im Film von Emir Kusturica Erinnerung an Dolly Bell.

Nach oben
Hrvatski Deutsch English