Huchen auf Fliegenrute - Antun Mateš: Der Verzauberte Angler

Huchen auf Fliegenrute

Riesige vereiste Steine machen die echte Winterstimmung des Huchenangelns aus.

Ich bin nicht oft zum Huchenangeln an die Kupa gekommen, obwohl es in dem Flu3 Huchen im Überflu3 gab, aber sie waren klein. Es war nur schwer denkbar, beim Fischen nicht wenigstens zig kleine Huchen zu sehen, die einfach das Ma3 nicht erfüllten, Huchen , die entweder gefangen und wieder ins Wasser zurückgelassen wurden, oder sie kamen ganz nah ans Ufer, während sie den Köder verfolgten. Durchschnittlich kam auf alle 20-30 Anbisse nur ein Fisch mit dem richtigen Ma3, und so kamen regelmmä3ig Fischer an die Kupa, die weniger Verantwortungsgefühl hatten und auch zu kleine Fische nahmen. Mein gro3er Wunsch, gro3e Huchen zu fangen lenkte mich also an die Dobra, wo Huchen etwas seltener, dafür aber bedeutend grö3er waren. Die Kupa wurde erst interessant und anziehend für mich, als ich wirklich viele gro3e Fische gefangen hatte und mir klar war, da3 jeder, auch der kleine Fisch - ob er nun 5 oder 10 Kilogramm wog- Stolz und Bewunderung verdient. Mit den Jahren lie3en auch meine Kraft und mein Wille nach, ich war auch nicht mehr so sehr zu verrückten Unterfangen bereit, über die Felsklippen der Dobra zu klettern , mit einem möglichen Sturz in die Tiefe Kopf und Kragen zu riskieren, während man an die Kupa, besonders deren Teil bis Severin , leicht und schnell mit dem Auto bis ans Ufer kam. Wenn wir beim Schlo3 der Frankopan in Severin mit dem Auto über einen schmalen Weg zu den Überresten der Mühle hinuterfahren, kommen wir an einen Platz, wo es viele Huchen gibt. Ich angelte zwar nicht gern an diesem Teil, da mich die Erfahrung an der Kupa gelehrt hatte, Huchen in Wasserfällen zu suchen, und zwar gerade im besten Schaum oder Schwall zwischen zwei Felsen. Einmal im Winter, nicht nur nach dem Kalender, es war auch bitter kalt , fuhr ich vorsichtig mit meinem Jeep, in dem ich für alle Fälle auch eine Schneeschaufel dabei hatte, um den Schnee, falls notwendig, zu räumen, zur Quelle bei der Mühle, wo mich eine Woche vorher ein Huchen überrascht hatte, den ich dann nicht fing, also sagte ich mir, schauen wir uns den Ort noch einmal an. Bei meinem jahrelangen Huchenfischen habe ich festgestellt, da3 es guttut, den Köder für einen Fisch, der schon einen Wobbler versucht hat, zu ändern. So beschlo3 ich auch diesmal , meinen teuer bezahlten starken Stab Sege für Lachse auszuprobieren, den mir und meiner Gruppe der Wiener Kleich zum Alaska-Lachs-Angeln verkauft hatte, wo man im Juli gar nicht auf diese Weise angeln konnte, da die Flüsse wegen der Schneeschmelze geradezu riesig sind, das Gebiet überschwemmt ist und man nur mit dem Boot fischen kann. Na, wenn ich also schon gezahlt hatte, so wollte ich den Stab also auch verwenden, und vorsichtig kam ich über die gefrorenen Felsen zum Wasser, warf einen ziemlich gro3en, eben für diese Gelegenheit ausgearbeiteten Striemer aus . Kaum war er im aufbrausenden Schaum versunken, als ich einen Huchen mit solcher Kraft spürte, da3 ich mich vor Überraschung in die kalte Kupa setzte. Es war das eine gute Erfahrung, und ganz langsam drillend zog ich meinen ersten mit Fliegenköder gefangenen Huchen an Land. Im Winter war die beste Zeil die Dämmerung, und so teilte ich mir den Fischfang so ein, da3 ich in der Dämmerung an meinen favorisierten Positionen war. An der Kupa gab es davon ziemlich viele, denn ich hatte begonnen eine Art Tagebuch zu führen, wobei ich auf den Skizzen von Wasserfällen eintrug, wann der Fisch gebissen hat, wie gro3 er war, ob er tatsächlich gefangen wurde, und als besonders Wichtiges, das Datum. Bei Ende der Saison ist es die Regel, da3 man , wenn man einen Fisch gefangen hat, sofort weitermacht mit dem Angeln, da die Möglichkeit , einen weiteren Fisch zu fangen durchaus bestand. Dr. Martin Jakovac berichtete aufgeregt, einige Tage vor Beginn der Schonzeit, also am 14. Februar , sei ihm den Zopf verfolgend ein Huchen bis fast an die Beine zugeschwommen, und dieser Huchen sei an der Schwanzflosse dick wie eine menschliche Hand gewesen. Diesen Platz unterhalb von Vinica sah ich selbst und habe selbst an dem dortigen Wasserfall einen 11 kg schweren Kupa-Huchen gefangen. Die Kupa ist ein gutes Gewässer zum Angeln, denn man kann in einem Tag einen gro3en Teil des Flusses bearbeiten, und so fuhr ich mit dem Auto regelmä3ig in die Reviere Severin, Zdihovo, Glavice, Janèane, Vukova Gorica, Ladešiæ Draga bis hin zum Wasserfall im Dorf Mrzljaci. Etwa einen Kilometer vor dem Tal, unterhalb des Dorfes Kuniæi flie3t der Flu3 beim Dorf Rosopajnek durch eine kurvenreiche Klamm, wo ich unterhalb des Wasserfalls drei gro3e Huchen fing, dabei aber den Köder nur von der slowenischen Seite aus gegen das andere Ufer auswarf.

Die sehr gut bekannte Position unterhalb des Schlosses Severin an der Kupa, wo mehrere Huchen gefangen wurden.

Dennoch, wenn ich jemandem für das Material für dieses Buch meinen Dank aussprechen mu3, dann ist dies mein sympathischer Freund Branko, den wir den Enthaupter oder fachgerecht Dekapitator nannten. Sein wie gesagt feinfühliges Talent zwang mich zur Anschaffung eines Photoapparates.

Einer der bekannten Huchenfischer des zwanzigsten Jahrhunderts, Ing. Friedrich Karafiat, war bei einem einzigen Fischfang so erfolgreich , da3 er , wohl wissend , wo sie sich zu der Zeit aufhielten, gleich 7 gro3e Huchen fing, von denen der schwerste genau 15 kg wog. Der Fischer fuhr mit dem Fahrrad von Karlovac nach Mrzljak, was allein bereits ein sportliches Unterfangen ist, und er fing reihenweise gro3e Fische, die unterhalb des Wasserfalles, den sich Mrzljak mit dem slowenischen Adlešiæ mit seinem Sägewerk teilt, den günstigsten Übergang abwarteten. Nun hatte er das Problem , wie er 7 gro3e Huchen auf sein Rad laden sollte, wo doch der Fischer selbst mit seinen 160 cm Grö3e kein Kraftprotz war, und so bat er einen Bauern, er solle ihm die Fische mit dem Fuhrwerk nach Karlovac bringen. Den Transport bezahlte er mit zwei gro3en Fischen, und so werden auf dem Bild später fünf Stück Kupahuchen gezählt. Dieser respektable Fang verweist darauf, da3 es 1940 keine Beschränkung bezüglich des Huchenangelns gab, es war auch nicht oft der Fall, da3 ein Fischer bei einer einzigen Angeltour derart viele Fische gefangen hätte, und so berichteten die Zeitungen von diesem Fang als Sensation. Als meine Söhne reif waren für diesen anstrengenden Sport, gingen Lovro und ich regelmä3ig zum Angeln, während der jüngere Matija Kameraaufnahmen machte. Der hartnäckige Lovro fing an der Dobra immer wieder kleinere Exemplare , und er warf sie unter meinem Lob unversehrt in den Flu3 zurück. An der Kupa bei Fratrovci fing ich einen passenden Huchen, und ich widmete ihn meinen Söhnen mit dem Wunsch, auch sie mögen an jenem Tag Fische fangen. Da ich damals meist allein zu diesem anspruchsvollen und anstrengenden Angeln unterwegs war, sie mich nur manchmal begleiteten, wu3te ich von einem Platz bei Vinica, wo sich gewöhnlich Huchen aufhielten. An einer Schnelle knapp beim tieferen Flu3teil , wo es Schwärme von Nasen gab und die Huchen ihren Schwarm bewachten, fing ich gewöhnlich Fische. Gewöhnlich spürte ich das erste Anbei3en in der Dämmerung, und entweder zog ich den Huchen in den Ufersand oder er entkam mir, was nicht selten der Fall war. Die Dämmerung bereitete mir Schwierigkeiten bei Aufnahmen mit meiner Pentax, denn der Blitz des Apparates leuchtete nur mich aus, während die Umgebung im Finsteren kaum zu erkennen war. Kaum hatte Lovro den Systemköderfisch an die Zielposition ausgeworfen, hatte er schon einen genug gro3en Huchen und betrachtete ihn glücklich. Der Hasel war durch den Bi3 der starken Kiefer und Zähne ziemlich beschädigt, und so bewog ich Matija irgendwie, auch er solle an derselben Stelle diesen schon ausgedienten Köder auswerfen, was er ohne gro3e Lust auch tat. Und kaum hatte er an derselben Stelle ausgeworfen, hatte auch mein jüngerer Sohn einen Huchen von fast derselben Grö3e am Haken wie sein älterer Bruder. Die Kormorane richteten an der Kupa riesige Schäden an, so da3 zahlreiche Schwärme von Haseln, Nasen und Orfen einfach weggefressen wurden , und so gehe ich heute nur selten dorthin. Die Nasen glitzern hier nicht mehr in der Tiefe, und so sind auch die Huchen seltener geworden, und mehr noch die ausgebauten Kanäle der alten völlig verfallenen Mühle, durch die die gro3ern Nasen zur Laich aufstiegen, zeugen von jener herrlichen Zeit, als ich Huchen nach Bedarf angeln gehen konnte.

Dämmerung an der Kupa und Aufnahme im natürlichen Ambiente

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