Über Lešae an der Dobra - Antun Mateš: Der Verzauberte Angler

Über Lešæe an der Dobra

Wieder ein Geburtstagsgeschenk von 11kg, das ich mir 1983 an der Dobra fing. Neben mir mein Freund Krešo Pažur.

Kommt man nach langer Fahrt über die kurvenreiche Stra3e, die Karlovac, Duga Resa, Josipdol und andere Orte in Richtung Durchbruch zur Adria bei Senj verbindet, welche nach dem Kaiser Joseph II. aus dem Geschlecht der Habsburger Josefina genannt wird, gelangt man über Generalski Stol nach rechts fahrend zum Bad Lešæe. Schon bei der Ausfahrt von der Hauptstra3e überquert man den Bach Globornica, an dem sich eine steinerne Brücke befindet. Dieser schöne , etwas grö3ere Bach ist voll von gro3en Döbeln und Nasen, die aus der Dobra zur Laich in diesen Bach kommen. Da ich eine Zeit lang mit toten Haseln am Ködersystem angelte, hielt ich immer an diesem Bach und fing meine notwendigen Köderfische. Es war ein wahres Problem, einen kleineren 15-20cm langen Hasel zu fangen, denn die gro3en, oft bis zu 2 kg schweren fra3en meist nur das Brot weg. Mit dieser Grundausrüstung von Anglern also kam man über die schwierige und schwer gangbare Stra3e nach Lešæe an der Dobra, wo sich die schöne Steinbrücke befindet. Die Kirche Sv.Juraj (St.Georg, Anm.d.Übers.) aus dem 16. Jahrhundert gehört zum Zagreber Bistum und war der wichtigste Punkt des Ortes Lešæe, der auf oberhalb des Schluchtenteiles der Dobra auf einer Anhöhe liegt. Hier liegt auch der Ort Èatrnja, wo zahlreiche Überreste aus römischer Zeit zu finden sind, und wahrscheinlich nennen die Ortsbewohner diesen Teil wegen der Überreste von Mauern Gradišæe. Das ganze Gebiet war noch ab 1408, fast 60 Jahre vor dem Fall Bosniens nach der Schlacht bei Jajce 1463 , dem Ansturm der Türken ausgesetzt . Als Besitzer sehen wir damals die Frankopan, und Fürst Nikola Frankopan, der seinen Sitz im nahen Bosiljevo hatte, begann Vlachen aus dem Unagebiet in die verlassenen Überreste der Dörfer anzusiedeln. Verlassen war das Gebiet, da die ursprünglichen Bewohner entweder getötet oder in die Türkei verschleppt worden waren. Die Vlachen , die den Türkenverfolgungen aus dem türkischen Kroatien um Bihaæ entkommen waren, besiedelten diese Gebiete, und die Toponyme zeigen auch heute die Abstammung der Zuzügler an- wie etwa die Namen Bosanci, Bišæani, Klokoèki (nach dem Bach und Ort Klokot bei Bihaæ) Vitunjski usw. Nikola Frankopan überlie3 ihnen die verwüsteten, leeren Dörfer Gornja Dubrava und Ponikve bei Trošmarija, wie auch das Kloster Gomirja. Nach Nikolas Tod im Jahre 1647 beerbten ihn sein Bruder Vuk Krsto und seine Söhne Gašpar, Juraj und Fran Krsto Frankopan. Die Chronik sagt, die zugezogenen Vlachen hätten sogleich die altansä3igen Einwohner angegriffen und ausgeraubt, und diese Art Beziehung sei erst dank der starken Hand des unbarmherzigen Grafen Herberstein abgebrochen worden, der nach der Verschwörung von Petar Zrinski und Fran Krsto Frankopan durch Pfändung an diese Gebiete gekommen sei. Das Unglück der Anrainer des Flusses Dobra dauerte an, und die verarmte Bevölkerung zog nach Amerika, Kanada und Australien, wovon schriftliche Unterlagen aus dem jahr 1820 zeugen, und die letzte gro3e Auswanderungswelle ereignete sich nach dem Zweiten Weltkrieg aus Furcht vor der Rache der Kommunisten, wo die Angreifer wieder die Nachfahren jener vor langer Zeit hergezogenen Vlachen an der Dobra und vom rechten Ufer der Mrežnica waren. Lešæe hatte zwischen 1945 und 1960 in seiner alten Pfarre keinen Priester, ja die Kommunisten hatten sogar vor, die vernichtete Kirche zu Pferdeställen zu machen.

Die flei3ig bebauten Äcker im Tal von Bad Lešæe nahe des Schwimmbeckens im Freien, 1950 an der Dobra, als im Flu3 Hunderte von Huchen zu sehen waren, war das Flu3bett schwarz vor unüberschaubaren Schwärmen von Nasen und Orfen.

Allein durch seine Lage nahezu mitten in der Dobra drängt sich Lešæe als zentrale Position für uns, die motorisierten Zagreber Angler der zweiten Hälfte des vergangenen Jarhunderts, auf, denn die alten Fischer waren mit der Bahn an die Dobra gekommen, in Generalski Stol oder in Gornja Dubrava ausgestiegen, um dann zu Fu3 nach Lešæe, zum Zusammenflu3 von Bistrac und Dobra oder nach Trošmarija zu kommen. Die Entfernung ist dieselbe, also ging man die paar Kilometer etwa anderthalb Stunden zu Fu3. Lešæe liegt auf halbem Weg, also konnte man flu3aufwärts wandern oder umgekehrt zum Ort Lipa, bis wohin es Huchenfang gab.

Mein erster 12,5 kg schwerer Huchen aus der Dobra.

Hier bei Lešæe fing ich meinen ersten gro3en, 12 kg schweren Huchen. Es war dies ein frostiger Morgen, der 17. Januar mit einigen Grad unter Null, Reif lag wei3 auf dem Gras, und ich war gegenüber einem Felsen an einer warmen Quelle, wo die Bäuerinnen nach dem Schlachten die Schweinsdärme wuschen, auf einer guten Position, wo sich Schwärme kleinerer Fische sammelten, was wiederum die Huchen interessierte, und schon nach einigem Auswerfen der Angel hatte ich einen gefangen. Wie stolz und froh war ich damals. Auch Zlatko Jeren fing in meiner Nähe einen Huchen, einen kleineren zwar, und wir trugen unseren Fang hoch bergauf, begleitet von einigen sehr schweigsamen Bauern, die sich zum Ufer hinabbegeben hatten, um meinen gro3en Fisch zu bewundern. Dies war sicher der Anblick einer schweigenden Kolonne wie in Bergmanns Film Das siebte Siegel, nur dachten hier die Dorfbewohner wohl eher daran, wie man meinen Fisch in einen Topf tun könnte , während ich nur an den Erhalt meiner Trophäe dachte. Ich hatte keinen Photoapparat bei mir, und so überlegte ich krampfhaft , was ich tun sollte, um diesen Fang vor dem Vergessen zu bewahren.

Der alte Meister Hrastinski in Pose mit einem meiner grö3eren Huchen.

Auf den Positionen um Lešæe wurden mehrere gro3e, mehr als 10 Kilogramm schwere Huchen gefangen. Pažur hatte mit seiner Gesellschaft bei einer Mondfinsternis einen ausgezeichneten Fang, drei Huchen, und er berichtete, bereits um Mittag habe die Dämmerung eingesetzt, die Gänse und Enten hätten sich zurückgezogen, auch die Fische hätten wohl geglaubt, es sei schon Abend, und so habe er im nachmittäglichen Zwielicht die drei Huchen gefangen. Mit einem angenehmen Gefühl denke ich daran, da3 ich ein 14 kg schweres präpariertes Stück zur Sechzig-Jahr-Feier der Anglergesellschaft nach Ogulin fuhr, und bei meiner Rückkehr fing ich an meinem Platz den nächsten zehn kg schweren Huchen. Ein paar Kilometer weiter an der rechten Seite, wenn sich die Fischer durch Geäst durchgeschlagen hat, wobei nun eine Position besser als die andere ist, von denen jede bereits gute Fänge ergeben hat, gelangt man zu einem nur schwer zu überwindenden Felsen, steigt hinab die kleine Senke, wo die Globornica in die Dobra mündet. Hier ist es eigentlich aus mit den guten Positionen für den Fischfang aus Lešæe, so da3 die Fortsetzung des Fischfangs von der Mühle im Ort Lipa flu3aufwärts läuft. Huchen sind noch weiter unten zu findem, bis hin nach Gornji Stativi, sogar bei Jarèe Polje hat der Wächter Cvetko ein zwanzig Kg schweres Exemplar gefangen, aber der Hauptteil für den Huchenfang reicht von Lešæe-Positionen flu3aufwärts bis Trošmarija.

Ein gro3er Huchen, den ich präparierte und der Anglergesellschaft in Ogulin aus Anla3 von deren 60-jährigem Bestehen überreichte.

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